3 Tage in Bangkok. Google, die Reiseführer und Reiseblogs kennen sie, die Top 10 Sehenswürdigkeiten und dazu noch die 7 besten Insider-Empfehlungen und ultimativen Geheimtipps. Hunderte weitere schwirren in Schrift und Bits durch die Netze. Was nun, was ansehen in der kurzen Zeit? Dieser Artikel handelt von der Art und Weise, wie Bangkok besucht werden kann und verweist auf Empfehlungen für ein 3-Tages Programm. Diese Empfehlungen sind lediglich Anregungen und sollen den Besucher dieser faszinierenden Stadt „ermuntern“, die Stadt selbst zu erleben und zu entdecken, statt sklavisch ein festes Besuchsprogramm abzuarbeiten.

Ungeduldige, die sofort nach Anregungen suchen, werden in den Verweisen am Ende des Artikels fündig.

Planung, Planung, Planung, oder?

Fast jeder verbringt maximal 3-4 Tage in Bangkok. Wiederholungstäter, die von der Faszination dieser Stadt infiziert wurden, einiges mehr. Die Zeit ist knapp und da gilt es genau zu planen. Die Top-Sehenswürdigkeiten müssen es schon sein. Nein sie müssen es nicht, aber dazu gleich später. Jetzt zur Planung.

Eines vorab, Bangkok ist viel mehr als die altehrwürdigen alten Steine, die notorischen IN-Tempel und Märkte, geflutet mit Touristenmassen. Es ist die Stadt selbst, die tausenden kleinen Mosaiksteine, die scharfen Gegensätze, das Unerwartete, das an jeder Ecke lungert, was die Besucher erwartet, die einzigartige Atmosphäre. Das lässt sich nicht planen, aber nur selbst entdecken und erleben. Wer mit festen Bildern und Zielen die Stadt besucht, wird meistens von dieser Faszination nur wenig erleben und im schlimmsten Falle enttäuscht sein, wenn er sein festgelegten Pensum nicht erfüllt oder es anders kommt.

Die 10-Top-Sehenswürdigkeiten, müssen wir sie alle besuchen?

Und was sind die Top: Grand Palace, Wat Po, Wat Arun, Chinatown, Chatuchak Market, Khlong Fahrt, Jim Thomson Haus, Rot Fai, MBK schwimmende Märkte … und dann noch der Höhepunkt, die untergehende Abendsonne bei einem 15 Euro Cocktail zwischen drängelnder Touristen in der Skybar des Lebua State Tower; nach Hangover II der coolste Insider-Typ überhaupt.

Der liegende Buddha Wat Pho

Müssen wir wirklich alle diese Sehenswürdigkeiten abarbeiten und dazu noch einige der Geheimtipps, die durch ihre Veröffentlichung das Attribut des „Geheimen“ unwiederbringlich verloren haben? Nein, wir müssen nicht. Und ist der Grand Palace eine Top-Sehenswürdigkeit, nur weil ihn jeder Bangkok-Besucher obligatorisch belatscht? Nein, er ist es nicht. Siehe hierzu auch den Artikel „Bangkok: 7 Sehenswürdigkeiten, die man nicht sehen muss“.

„Aber was werden die Freunde zu Hause sagen? Kein Selfie vor dem liegenden Buddha im Wat Po und noch nicht mal den kleinen Jade-Buddha im Wat Pra Kaeo bestaunt, wir wussten gar nicht, dass du so ein Kulturbanause bist.“ Da haben wir den Salat. Ich schulde jetzt die Antwort für meinen despektierlichen Umgang mit den geadelten touristischen Highlights. Eigentlich wissen Sie die Antwort selbst, trauen sich nur nicht diesem Gedanken freien Lauf zu lassen.

Was sehens-würdig ist, kann jeder nur für sich selbst bestimmen und nicht der Reiseführer oder selbsternannte Fachleute, die immer nur die gleichen Orte herunterleiern. Jeder Mensch ist verschieden, verfügt über andere Präferenzen, folgt anderen Interessen. Diese Interessen kennen die Autoren der Empfehlungen nicht, müssen aber ihre anonymen Leser bedienen und dabei seriös erscheinen. Mit der musealen Kultur und den obligaten Sightseeing-Gemeinplätzen können sie nichts falsch machen, stehen stets auf der sicheren Seite des Reiseführer-oder Bloggerdaseins.

Medien pflanzen in unseren Kopf Bilder von Bangkok

Menschliche Gehirne suchen in fremden Städten immer das, was sie zu finden erwarten. Der Bildungshungrige schlurft in glühender Mittagshitze durch Tempel und fotografiert schwimmende Märkte mit angeheuerten Händlerinnen in wackeligen Holzbooten.

junge Mönche in BangkokDer Sextourist bestaunt die Ping-Pong Show in der Patpong. Der notorische Rucksackreisende lebt sein Bangkok in der Khaosan. Dort kann er vor Gleichgesinnten prahlen, wie er der alten Frau aus dem Bergstamm die handgemachte Schmuckkette zu einem Preis von einem Singha Bier abluchste. Andere stehen zwei Stunden vor einer Straßenküche mit Pad Thai, nur weil eine „Autorität“ in einem Reiseführer, Medienbericht oder Blog die Nudeln dort als die besten von Bangkok bezeichnet hat.

An was liegt das? An uns selbst. Wir lassen es zu, dass Medien und andere Berufene uns vorgeben, was wir in einer Stadt sehen und toll finden sollen. Wenn wir dann diese Stadt besuchen, rufen wir diese Bilder ab, folgen den Bildern und sind dann manchmal sogar enttäuscht, wenn wir nicht genau das vorfinden, was wir erwartet haben. Die eigentliche Stadt, das wirkliche Leben, sehen und erleben wir dabei kaum.

Bangkok ist mehr als die 10-Top Sehenswürdigkeiten

„Ja Steve, du magst zwar recht haben, aber was sollen wir denn in drei Tagen ansehen und besuchen, der LOOSE beschreibt doch hunderte Orte und Sehenswürdigkeiten und der spezialisierte Reiseführer „Bangkok 555 Tipps“ enthält noch mehr.“ Hmm, ich kann die Antwort nicht geben. Ich weiß nicht, was jeden Einzelnen interessiert, welche Erwartungen er mitbringt, welche Pläne er hat. Was ich kann, ist meinen eigene Zugang zu dieser Stadt kurz andeuten; natürlich rein subjektiv und ohne Anspruch auf eine objektivierbare Methode.

Zunächst studiere ich auch die verfügbaren Informationen. Die Informationen verknüpfe ich mit meinen Interessen. Die fixen Besuchs-Punkte lege ich fest, der Rest ist, sich treiben lassen. Ziel- und planlos laufe ich durch interessante Bezirke, entdecke Seitenstraßen, Stadtteile und versuche die Stadt selbst zu entdecken.

Khlong Baan Luang ThonburiBangkok ist für mich nicht nur der Große Palast und Wat Po. „Aha, Steve mag keine Tempel“. Weit gefehlt, das Gegenteil ist richtig. Ein Tempel ist für mich ein Ort der Stille, dort wo Mönche meditieren. Eine solche Stimmung kommt im Wat Po zwischen den Touristenhorden nicht auf. Hunderte ruhige Tempel, auch sehr alte mit interessanten Artefakten, verteilen sich über die gesamte Stadt, in der China Town, in Thonburi (thai-buddhistische oder chinesisch-buddhistische Tempel). Um die Stimmung eines Tempels zu erleben, brauche ich nicht einen der Top zu besuchen.

Das gleiche gilt auch für die Märkte. Es ist für mich kein besonderes Vergnügen auf den notorischen In-Märkten wie Chatuchak oder Rod Fai zwischen den Massen von schwitzenden Besuchern zu wandeln, wenn sich in der Stadt zahllose kleine lokale Märkte verstecken.

Die zwei Gesichter der Stadt: das Tagesgesicht und das Nachtgesicht

Am Tag oft diesig und grau, in der Nacht funkelnd und energiegeladen. Ich mag das Nachtgesicht und laufe durch viele Stadtteile am liebsten in der Nacht. Das geht aber nicht immer. Dennoch, statt Jetlag geplagt sich vormittags aus dem Hotel zu quälen, lieber ausschlafen und erst am Nachmittag loslaufen und später die Abenddämmerung genießen. Dann bleibt genügend Energie für das schillernde Nachtgesicht. Mit diesen zwei Gesichtern hängt auch die Wahl der Gegend für das Hotel ab. Siehe hierzu den Artikel „Wie in Bangkok Übernachten“.

Die Faszination von Bangkok erleben

Für mich und die meisten Expats, aber auch für erfahrene Besucher, liegt die Faszination der Stadt in den Straßen.

Neujahrsfeier Bangkok Es ist die besondere Atmosphäre, das Leben auf der Straße, nicht eingesperrt zu sein in einem Raum wie in unserer kalten Heimat. Diese besondere Atmosphäre liegt auch in der Vielfältigkeit: moderne Shopping-Malls, gleich dahinter Khlongs mit dschungelartiger Vegetation und verfallenden Holzhütten, unzählige Restaurants, Straßenküchen, Märkte, Bars, Musikclubs, das einzigartige schillernde Nachtleben…die Lebensenergie. All das muss jeder für sich selbst entdecken und das heißt auch, ohne Scheuklappen, ohne die vorgefertigten Bilder im Kopf und frei von Vorurteilen & Klischees die Stadt erkunden.

Empfehlungen für ein 3-Tages Programm

Jetzt wird es ernst. Bangkok von Insidern verspricht den Lesern konkrete Informationen und Tipps. Drei Tage in Bangkok und wohin ist ein konkretes Anliegen. Die Editoren dieser Plattform und später auch weitere Autoren versetzen sich in die Lage eines noch unkundigen Besuchers und entwerfen für ihn Anregungen für ein 3-Tages-Programm. Dabei folgt natürlich jeder Autor den eigenen Vorlieben.

Der Besucher kann diese Bausteine miteinander kombinieren und für sich selbst ein eigenes Programm zusammenstellen. Dieses Programm orientieren sich natürlich an den klassischen Sehenswürdigkeiten, ohne diese aber in den Mittelpunkt zu stellen (die notwendigen Informationen hierzu enthält jeder Reiseführer).

Hier geht es zu den Empfehlungen und Tipps

von Deborah, Steve und Aaron für ein 3 Tages-Programm. Und der Artikel „7 Sehenswürdigkeiten, die man nicht sehen muss“, befasst sich mit dem, von was der Titel spricht. Die Plattform „Bangkok von Insidern“ enthält natürlich noch zahlreiche weitere Tipps über verschiedene Orte in Bangkok.

Ein Tipp: besorgen Sie sich eine thailändische Sim-Karte mit Internet, das ist preiswert; mit Google Maps ist die Navigation durch den Großstadtdschungel ein Kinderspiel. Und wenn jemand eine geführte Tour bucht, solle er darauf achten, dass auch das „unbekannte Bangkok“ jenseits der notorischen Top-10 dabei ist.

Achtung: mit diesem Thema hängt eng die Frage zusammen, wo in Bangkok übernachten. Denn nicht das Hotel ist wichtig, sondern die Gegend. Und auch die Informationen zum Transport können hilfreich sein.

(Redigiert am 13.11. 2018)

 

6 Kommentare

  1. Ein interessanter Vorschlag. Wir haben ihn ausprobiert. Für den großen Palast hat es nicht gereicht, da bereits geschlossen, aber dafür haben wir Bangkok entspannt erlebt. Auch vielen Dank für die Empfehlungen „3-Tage“ von den Kollegen.

    • Dieser Artikel handelt von der Art und Weise wie Bangkok besucht werden kann. Ungeduldige, die sofort nach Empfehlungen suchen, werden in den Verweisen am Ende des Artikels fündig. Ich habe dies jetzt gleich in der Einleitung vermerkt. Dennoch ist aus meiner Sicht der Text davor wichtiger als die konkreten Tipps, den er befasst sich mit dem „Zugang“ zu der Stadt.

  2. Toller Artikel , der mir direkt aus der Seele spricht. Reiseführer wegschmeissen ( oder erst gar nicht mitnehmen ) sich in einer fremden Stadt verlaufen und dabei die vielen kleinen interessanten Dinge sehen und aufsaugen nur so bekommt man seinen ganz persönlichen individuellen Eindruck einer StadT .

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here