Das erotische Nachtleben in Bangkok: was, wo, wie, warum?

Nach dem allgemeinem Überblick über das Nachtleben in Bangkok, (diesen Überblick bitte zuvor lesen); hier ein Beitrag für einschlägig Interessierte, geschrieben von einem echten Sextouristen.

Aber, um es gleich vorweg zu sagen, es ist ist nur ein kleiner Ausschnitt, betrifft nur einen kleinen Teil dieser schillernden Szene, für die Bangkok weltberühmt ist, und das zu recht. Die Welt der Gays, auch hierfür ist die Stadt in der ganzen asiatischen Region berühmt, wie auch der einschlägige Sanunk der Eingeborenen sind im Bericht nicht enthalten

Bangkok, Sex und Sextourismus, ein dankbares Thema. Auf der einen Seite die moralisch Empörten auf der anderen diverse Tipp-Geber und einschlägige Guides. Dann kommen noch die Medien, denn Sex sells.

Wer soll sich aber dann noch in dem Sumpf von Nachtleben, Rotlicht, Prostitution, all dem, was die „dunkle Seite“ unserer menschlichen Seele anspricht, noch auskennen? Die Antwort ist einfach: ein echter Sextourist.

Ja, ich, der Autor dieses Beitrags, bin ein bekennender Sextourist. Ein kurzer Steckbrief: Ende 40, sportlich, Marathonläufer, volles dunkles Haar und nach der Auskunft der meisten Damen ziemlich attraktiv. Kann also nicht mit dem Klischee des alten, dicken, glatzköpfigen Mannes dienen, den keine Frau mehr abbekommt. Ansonsten bin ich promovierter Wirtschaftsprüfer mit eigener Firma, die es mir ermöglicht, meinem Hobby weltweit nachzugehen.

In diesem Beitrag werde ich zunächst die Möglichkeiten des einschlägigen Nachtlebens in Bangkok für „Sex-Freunde“ in einem kurzen Überblick beschreiben; zum Schluss noch einige Anmerkungen zum Begriff „Sextourist“ anfügen.

Wo und wie in Bangkok erotische Genüsse suchen

Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich beschränke mich auf Kurzeit-Touristen. Die gewählte Reihenfolge ist rein willkürlich. In Bangkok lebende Expats und Residenten haben natürlich noch weitere Optionen. Wer sich für deren Lebensgefühl, auch das erotische, interessiert, dem empfehle ich den Inside-Roman „Stille Tage in Bangkok“von Steve Casal.

1/ Die drei Bangkoker Amüsierviertel für Farangs

ein Mädchen in der Soi CowboyWer kennt sie nicht diese Amüsiermeilen: Patpong, Nana Plaza und Soi Cowboy. Bunt und schrill, Nachtbasar, Straßenküchen und Musik-Clubs inbegriffen; eines der Muss-Highlights jeder Bangkokreise, weit entfernt von einem europäischen Rotlichtviertel. In den Gogo-Bars winden spärlich bekleidete Tänzerinnen ihre schlanken Körper um Stangen. In den Pausen kümmern sich die Ballerinas fürsorglich um den Voyeur, bitten um einen Ladydrink.

Bei gegenseitiger Sympathie und emotionalen Wallungen genügt ein schmachtender Blick: „You like to see my hotel room?“ Die Antwort ist meistens ein YES, und jetzt erklingt das Honorar für den Besuch: 2.000–2.500 Baht für Short-Time (1,5-2.5 St.), 4.000–5.000 die ganze Nacht. Die Preise hängen natürlich von dem jeweiligen Etablissement, der Uhrzeit und der Attraktivität der Dame ab. Hinzu kommt noch die Barfine, also die Ablöse für die Dame aus der Bar, schlägt mit etwa 800 Baht zu Buche.

Ich weiß, ich weiß, die einschlägigen Foren sind voll mit Beschreibungen und Empfehlungen. US-Boys wollen sogar die Nummer der Gogo-Damen wissen, die sich „bewährt“ haben, möchten auf der sicheren Seite des erotischen Nachtlebens stehen.

Der erfahrene Sex-Freund kann darüber nur lachen. Erstens, die hochgelobte Dame kann gerade schlechte Laune haben, von einer Erkältung geplagt sein, einen freien Tag genießen oder arbeitet inzwischen woanders. Zweitens, Sex ist immer auch eine Sache des Gefühls, der erotischen Energie und der Sympathie. So etwas muss man/Mann erspüren. Also 2-3 Bars besuchen, unverbindlich schäkern, sich nicht unbedingt von der Optik der Dame blenden lassen, auf das eigene Gefühlt, Sympathie und die erotische Energie achten.

Mädchen Bangkok in der Soi CowboyUnd jetzt ein wichtiger Punkt. Die meisten Gogo-Damen fühlen sich nicht als Prostituierte, eher als eine Kurzzeitfreundin, denn sie arbeiten ja nicht in einem Bordell. Das gilt natürlich auch für die Bar-Mädchen und die Massage-Damen.

Wenn der Sex-Freund dieses Gefühl mit seinem Verhalten unterstützt, vielleicht zuvor sogar ein Dinner vorschlägt, einen großzügigen „Tip“ in Aussicht stellt, wird sich seine Auserwählte eher wie eine „Freundin“ verhalten und nicht wie eine ausgebuffte Prostituierte westlicher Prägung. Das mag der Grund sein, dass sich hier auch solche Herren engagieren, die zu zuvor nie ein Bordell in der Heimat betreten haben oder je aufsuchen werden.

Und ein Gentleman revanchiert sich währen des Schäferstündchens bei der Dame auch erotisch; meine Herren, das sollte heutzutage selbstverständlich sein, ganz gleich ob bei der eigenen Freundin oder einem bezahlten Nachtfalter. Die Bemerkung der Dame zu Abschluss „Thank you, I have not finished for long time“, kann durchaus ernst gemeint sein. Wer unsicher ist, kann nachfragen: „set leau?“, lautet hierfür der thailändische Begriff.

Zum Schluss noch einige Empfehlungen: die Patpong am besten auslassen, in der Soi Cowboy folgenden Bars meiden: Baccara, Déjà-vu, Kiss, Midnight, Rawhide, Rio, Sahara und Spice Girls. Im Zeitalter der Handys ist es auch möglich, eine Verabredung nach Dienstschluss zu vereinbaren, um die Barfine zu sparen. Natürlich besteht hier die Gefahr, dass dann ein Mitbewerber die Dame zuvor entführt. Wer seine Tänzerin, aus welchen Gründen auch immer, nicht in sein Hotel nehmen möchte, kann ein preiswertes Stundenhotel nutzen. Dabei auf die Empfehlung seiner Kurzzeitfreundin vertrauen.

Die meisten Hotels, auch die teuren, verlangen heutzutage keine „Joiner-Fee“ mehr, also einen Beitrag für die zusätzliche Zimmernutzung. Wem es nicht gelingt, die Dame an der Rezeption vorbei zu schmuggeln, braucht sich nicht zu schämen. Das Personal hat Verständnis, bedauert eher den allein heimkehrenden männlichen Gast. Manche Rezeptionisten können jedoch den Ausweis der Dame verlangen, dies soll dem Schutz des Gastes dienen.

2/ Massage 

Für Sex-Freunde, die auf einen vorherigen sozialen Kontakt keinen besonderen Wert legen oder die kurze Zeitspanne nutzen wollen, in der die Ehefrau oder Freundin die Shopping-Malls bestürmt, kommen die einschlägigen Massage-Einrichtungen in Betracht.

Die Massage Parlours

Mädchen in einem Massage ParlourDie klassischen Soapy-Plätze sind nur noch selten zu finden. Moderne erotische Entertainment-Komplexe lösten sie ab. Das Prinzip blieb jedoch gleich. Hinter einer Glaswand oder schick gekleidet in einer Lounge sitzen die Damen. Der Gast wählt und genießt dann für die nächsten 1.5 Stunden das, wofür er vorbeikam, Massage inbegriffen. Dies schlägt meist mit 2.500 Baht und mehr zu Buche, bitte den „Tip“ am Ende nicht vergessen.

Die schicken „Side-Line“ Girls haben einen höheren Tarif. Das ist auch verständlich, die Kleider waren teuer. Der erfahrene Sexfreund lässt sich von den „Fummeln“ nicht täuschen, denn er kennt das deutsche Sprichwort „in der Nacht sind alle Katzen grau“; gemeint ist hier, wenn die Dame die Kleider ablegt.

Fashion Massage

Die Fashion Massage ist ein räumlich und optisch-personell besser ausgestatteter Oil Massage Shop. Die Grundpreise entsprechen einer normalen Ölmassage. Für einen zusätzlichen festen Tarif 1.000, 1.500 Baht gibt es Extras je nach Leistung: Hand, Mund oder Alles. Die Damen können oft vorab auf der Web-Seite des Shops vorbestellt werden oder aus einem Katalog gewählt.

Oil Massage

Mädchen vor Oil Massage ShopWer nach einer klassichen Ölmassage auch tantrische Berührungen genießen möchte (special, happy ending) kann eine normale, Ölmassage-Shop besuchen. In manchen Shops komm ein solches Angebot obligatorisch in anderen eher zufällig.

Manche dieser Shops bestehen nur aus einfachen Liegen, abgetrennt durch Vorhänge, andere haben richtige Zimmer mit Dusche. Wem nach komplexeren Diensten der Sinne steht, hat also Chancen, hängt immer von der jeweiligen Damen ab.

Siehe zu dem Thema „Massage“ den Beitrag Massage in Bangkok, wo auch der Ablauf beschrieben ist.

Tipps, wo? Viele der neuen Massage Parlour Komplexe befinden sich in Ratchada, zu erreichen mit der MRT; ein Beispiel für viele ist POSEIDON. Eine klassische Soapy ist ANNIE’S in der Sukhumvit, Soi 2. Auch hier möchte ich keine konkreten Einrichtungen hervorheben, denn letztendlich kommt es immer auf die gewählte Dame an. Einige der Fashion Massagen befinden in der Sois , 22, 24, 26, 33. Einfach googeln oder in den einschlägigen Foren fahnden. Eine Listung der verschieden Einrichtungen auf http://bangkok2night.com/massage/.

Normale Ölmassagen verteilen sich über die gesamte Stadt, mit einer Konzentration der „einschlägigen“ in der unteren Sukhumvit, insbesondere den Sois 4, 18, 20, 22, 24, 26 und 33.

3/ Die untere Sukhumvit auf der Straße

Straßendamen, (Professionals oder Freelancer) nachts überall in der unteren Sukhumvit verstreut, insbesondere Soi 4 und Umgebung, vor dem Ruamchitt Hotel; in den späteren Nachtstunden zunehmende Tendenz, auch vor teuren Hotels oder in der Ausgeh-Soi 11.

Wer „black power“ erleben möchte, braucht in Bangkok nicht darben. Zahlreiche Afrikanerinnen patrouillieren in der Sukhumvit oder sitzen an kleinen Streetbars in den Seiten-Sois.

Der „Straßenstrich“ mit Preisen zwischen 1.000-1.500 Baht ist, wenn überhaupt, nur eine Option für erfahrene Nachtschwärmer mit einem guten Blick für Freelancer. Sonst wie überall auf der Welt mit einem erhöhten Risiko für alles Mögliche behaftet. Aber Vorsicht, nicht jedes „stehende Mädchen“ ist ein Straßenmädchen, sie kann auch auf eine Freundin warten.

4/ Die Thermae

Thaerme BangkokDie Thermae im Untergeschoss des Ruamchitt Hotels neben der Soi 15 ist eine historische Institution in Bangkok; beschrieben im Roman „Stille Tage in Bangkok“ von Steve Casal.

An sich eine Bierkneipe; aber der frühere nächtliche Hangout für Expats, Businessman, Diplomaten bis hin zu finsteren CIA-Typen, für den keine Sperrstunden galt (gehörte der Polizei), mutierte zum Hunting-Ground für Japaner. Aber auch Bleichgesichtige schauen gerne vorbei.

Überall an den Wänden lehnen hübsche Mädchen, auf den ersten Blick sehr jung, mit aufgeschminkten Kulleraugen und in neckischer Jung-Mädchen-Kleidung. Das ist wegen der Japaner, die ein solches Outfit lieben und deshalb hier einschwärmen. Junge hübsche Mädchen und Japaner, das bedeutet einen höheren Preis. Mindestens 3.000 Baht für Shortime verlangen die Lolitas. Erfahrene Mädchenfreunde wissen natürlich, je später die Nacht…

5/ Beer Garden in der Soi 7

Eine weitere Institution aus den 70ern. Mischung aus einem deutschen Biergarten, Restaurant und Sportsbar mit deutschen und thailändischen Speisen. Hier treffen sich Expats, nicht nur Deutsche; entspannte Atmosphäre, manchmal spielt eine Band. Thailändische Damen, Freelancer im Nebenjob, vom Alter her dem männlichen Publikum meist etwas angepasst, kehren hier ebenfalls gerne ein.

Bei einem Bier kommt man sich ungezwungen näher. Und warum nicht den späteren Abend dann auch zweisam in vertrauter Atmosphäre genießen? Expats können nicht irren. Der Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten der Dame übersteigt nur selten 1.000 Baht.

6/ Bars, Bars, Bars

Bars in der Soi Bars an jeder Ecke, Sportsbars, Girlie-Bars… Bleiben wie bei den Girlies. Diese traditionellen Bangkoker Barkultur stirbt langsam aus. Ein Cluster von mehr als 30 Bars in der Soi 22, die Queens Park Plaza in Schutt und Asche, versucht jetzt wieder in der Soi 7 zum Leben zu erwachen.

Sonst in den Sois rund um die Soi 22 verteilt, Soi 33 und natürlich in der Soi 4 und den Seitensois. Von außen zu erkennen an den vielen Bargirls, die mit den Kunden Billard spielen und für ein ausgeglichenes Trinkregime sorgen.

Aber auch in einigen der sportlicheren Bar-Schwestern sind die Bedienungen nicht abgeneigt den Gast zu begleiten. Während der Dienstzeit der Dame fällt natürlich eine Ablöse an die Bar an. Die Subvention für ein Paar neue Schuhe beträgt in der Regel 2.000 Baht; auch hier lässt sich verhandeln. Aber mit Augenmaß, Sie wollen doch nicht  als ein „Cheap Charlie“ angesehen werden.

7/ Und was es sonst noch gibt

Bar in der Soi 8Alles. Blowjob-Bars (nomen est omen), Fetisch-Clubs, Escort, Outcall-Massage, Eden Club (hier müssen obligatorisch zwei Damen auf das Zimmer mitgenommen werden; gut beschrieben in Bangkok Days, von Lawrence Osborne). Und dann warten noch verschiedene teure Member Clubs auf Gutgezwirnte.

Ein Tipp für Businessmen: Sollten Sie von ihren thailändischen Partnern in einen Gentleman-Club oder Entertainment-Massageparlour eingeladen werden, würde eine Ablehnung als schwere Beleidigung aufgefasst werden. Könnte sogar die Geschäftsbeziehung belasten.

 

Escort WerbungEine Anmerkung zu dem Escort-Diensten und den Outcall-Massagen. Die professionell gestalteten Websites sehen verlockend aus, insbesondere was das abgebildete Personal betrifft.

Es handelt sich dabei oft um virtuelle Agenturen, besetzt mit einer Telefonistin. Bei Bedarf telefoniert sie ihre Kontaktliste mit Freelancern ab. Aber es gibt auch sehr professionelle Agenturen. Zu deren Kunden gehören meistens Businessmen auf Geschäftsreise oder die Teilnehmer von Kongressen.

Wem diese Übersicht nicht detailliert genug erscheint, kann sich noch bei Stickman Bangkok oder in den einschlägigen Internetforen und Guides schlau machen.

Sextourismus, was ist das?

ältere Farangs in Thailand
Foto aus dem Film HAPPY von Carolin Genreith

400.000 Tausend deutsche Männer reisen jährlich als Sextouristen in den Urlaub, lässt sich ergoogeln. Diese Zahl erscheint immer wieder.

Für mich als früheren Wissenschaftler stellten sich sofort zwei grundlegende Fragen. Erstens, wer ist eigentlich ein „Sextourist“ und zweitens, wie kommt diese Zahl zustanden.

Auch viele Besucher Thailands fühlen sich genötigt, zum Thema Prostitution und Sextourismus etwas zu äußern, jeder Blog und Reiseforum stimmt mit ein. Westlichen Medien laufen zu Höchstform auf. Feministinnen arbeiten sich an diesem Thema seitenlang ab. Für die politisch Korrekten ist sowieso alles klar.

Und wen wunderts, fast alle Berichte und Reportagen klingen meistens PFUI…an sich müssten die beschriebenen Einrichtungen vor Leere gähnen. In den USA nennt man dieses Phänomen „Virtue Signalling“, also die eigene Tugendhaftigkeit signalisieren, denn welcher männliche Besucher oder Autor möchte schon in den Verdacht geraten ein „Sextourist“ zu sein. Und außerdem, Sex sells, die Heuchelei blüht.

Wer Sextourist ist, kann niemand genau bestimmen

Wer ist ein Sextourist? Ich möchte hier keine wissenschaftliche Abhandlung verfassen, daher die Ergebnisse von drei Arbeiten, die sich mit diesem Begriff näher befassen. Die extremste Auffassung spricht bereits von einem Sextouristen, wenn dieser in einer hierfür „typischen Destination“ wie den Philippinen, der Dominikanichen Republik oder Thailand sexuelle Kontakte zu Einheimischen pflegt. Also wer Sex mit einer Thailänderin hat, ist automatisch ein Sextourist, im Gegensatz zu einem Touristen in Italien, der einen „heißen“ Flirt mit einer Italienerin erlebt.

Eine Party in PattayaEine weitere Auffassung stellt auf den Leitgedanken des Touristen ab, ob dieser das Land besucht, um gewerblichen Sex, also mit einer Prostituierten, zu erleben. Die Mitglieder einer englischen Bachelor-Party, die nach Pattaya reisen, um es hier richtig krachen zu lassen, sind danach Sextouristen.

Ein distinguierter Geschäftsmann, der in der Discolounge eines 5-Sternehotels einem Nachtfalter im Modellkleid nicht widerstehen kann, ist trotz eines Zuschusses von 5.000 Baht für eine neue Handtasche der Dame kein Sextourist nach dieser Auffassung.

Und schließlich wird unterschieden, aus welcher Motivation materielle Zuwendungen für Einheimische gemacht werden. Erfolgt eine materielle Zuwendung oder ein Geschenk in Erwartung von sexuellen Diensten, dann Sextourist; nicht jedoch, wenn solche Wohltaten einem emotionalen Impuls oder Zuneigung entspringen. Bei einem Motivationsbündel ist dann wohl ein Tiefenpsychologe gefragt. Alles klar?

Eigentlich lässt sich begrifflich nicht bestimmen, wer alles ein Sextourist ist. Aber jeder Autor, Blogger, Feministin oder Thailandbesucher weiß natürlich Bescheid, erkennt einen Sextouristen sofort auf den ersten Blick; wie wissen doch alle, wie sich ein solcher Mann verhält, haben davon gelesen und sahen im Fernsehen die Bilder: ein älterer Mann führt eine jüngere thailändische Frau an der Hand, ganz klar ein Sextourist, bei einem jüngeren Mann handelt es sich offensichtlich um ein Liebespaar.

Wie viele deutsche Sextouristen es gibt, wissen wir nicht

Wir wissen nicht genau, wer ein Sextourist ist und noch weniger wer alles unter den Bergriff Prostituierte fällt, aber wir kennen die Zahl: 400.000 furchtbare Germanen sollen jährlich als Sextouristen unterwegs sein. Eine Zeitung gibt als Quelle das Katholische Missionswerk an, eine andere die Schätzung der Hilfsorganisation Terre der Hommes, oder es wird allgemein „auf Schätzungen“ verwiesen.

Bitte mich jetzt nicht mit dem Thema Missbrauch von Kindern und sexuelle Versklavung von Frauen oder Männern konfrontieren. Wer so etwas tut, ist ein Schwein und gehört bestraft, ganz gleich ob es sich um einen Touristen oder einen biederen Familienvater handelt.

Übrigens ein beliebtes Thema, das von feministischen Gruppen und von Geld sammelnden NGOs in einem Atemzug mit Sextourismus genannt wird, um zu suggerieren, dass Sextouristen potentielle Kinderschänder sind, so wie Männer nach der Ansicht von vielen Feministinnen potentielle Vergewaltiger sein sollen.

Der ältere Herr in Pattaya ist kein echter Sextourist

Was ist ein Sextourist? Die Wissenschaft konnte nicht helfen, zu komplex sind all die Übergänge. Hier meine eigene Definition. Ein „echter“ Sextourist ist ein Reisender, der die Energien von Yin und Yang, also das weibliche und männliche Prinzip, überall und zu jeder Zeit mit all den konkreten Verkörperungen des weiblichen Prinzips (Yin), den Frauen, zielgerichtet und bewusst auslebt; der die erotische Energie als den wichtigsten Teil der Lebensenergie begreift.

Oder weniger geschraubt ausgedrückt, jemand, dem es einfach Spaß macht, Erotik und Sex mit vielen verschieden Frauen auf seinen Reisen zu erleben und dazu auch sein mehr oder minder schwer verdientes Geld aufwendet.

Ältere Herren in Damenbegleitung in PattayaDie älteren Herren, die mit meist jüngeren thailändischen Damen in der Walking-Street in Patthaya vor einem Bier sitzen, sind demzufolge keine echten Sextouristen, und das auch nicht nach der Definition der oben erwähnten wissenschaftlichen Arbeiten.

Der Leitgedanke dieser einsamen Wölfe besteht sehr oft darin, sich mit materiellen Zuwendungen an eine professionelle Kurzeitfreundin etwas Zweisamkeit zu erkaufen, mehr emotional als sexuell (igitt, igitt, wie schändlich).

Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht näher auf die Begriffe wie „langfristige Beziehung“, „Emotionen“, „Zuneigung“ und die verteufelte „materielle Gegenleistung“ im Zusammenhang mit Sex eingehen, abgesehen davon, dass in Asien und vielen anderen Ländern dieser Welt kaum eine Beziehung (siehe hierzu den verlinkten Artikel Über thailändische Frauen) ohne materielle Gegenleistung auskommt.

Wie wir gesehen haben, ist das Thema Sextourismus sehr komplex. Aber ich mache mir keine Illusionen, nach Jahrhunderten kirchlicher Sozialmoral, die für die eigene Kaste und den herrschenden Adel nie galt…abgelöst von politischer Moral autoritären Staaten oder sozialen Bewegungen…wird das Thema „Sex“ immer unter Vorverständnissen, Heuchelei und neuerdings Virtue Signalling leiden.

Meine Herren, aber auch zunehmend Damen, heutzutage sind erotische Genüsse demokratisch geworden, nicht mehr nur den Eliten vorbehalten. Achten Sie nicht auf miesepetrische Moralisten, nutzen Sie die Lebensfreude und Möglichkeiten, die Bangkok und Thailand bieten; in keinem anderen Land der Welt können erotische Freuden so entspannt genossen werden….ich habe die meisten Länder bereist…aber muss auch zugeben, die tollsten Frauen befinden sich wo anders, aber das ist nicht unser Thema.

(aktualisiert von Steve Casal am 1.7. 2020)

 

3 Kommentare

  1. Getroffene Hunde bellen – was sonst: die Gabe der Selbstreflexion war ihnen nicht vergönnt.

    Ergüsse aus Selbstverteidigung & Opferparolen gepaart mit Pseudowissenschaft.

    Die eigentlichen Probleme sind das Abhängigkeitsverhältnis der Prostituierten (Euphemismus: „girlfirends“) vom Freier, die Unterstützung von Menschenhandel & moderner Sklaverei. Dabei ist es unerheblich ob ein rein emotionales oder sexuelles Verhältnis besteht.

    Die Frau wird zum gänzlich käuflichen Produkt. Für wohlhabendere Männer, deren eigene Triebe ihnen wichtiger sind, als das Wohl der Frauen. Die sich scheuen, sich öffentlich zu ihrem Verhalten zu bekennen – nicht wegen des Verhältnisses zu einer Prostituierten allgemein, sondern wegen des egoistischen Ausnutzens örtlicher Probleme & Strukturen zur eigenen Befriedigung.

    ERSTENS: Es geht nicht um Moral. Es geht vielmehr um die Würde des Menschen, das Leid der (verschleppten) Frauen & den Egoismus geldbegabter Freier.

    ZWEITENS: Das eigene falsche Verhalten kann man nicht durch das Verhalten Anderer rechtfertigen.

    DRITTENS: Die emotionale Zuneigung scheint nicht über die eines Vogelliebhabers hinauszugehen, der seine Vögelchen so sehr liebt, dass er sie in einen Käfig sperrt.

  2. …mit ihrem Kommentar sagen Sie mehr über sich aus als über den Autor…, es handelt sich um abstrakte moralisierende und pauschalisierende Aussagen…aber noch schlimmer finde ich, dass Sie Ihr intolerantes Weltbild, das ihnen niemand nehmen möchte, offenbar als universellen Maßstab verstanden haben möchten…

    …der Autor hat eine andere Lebenseinstellung…er ist jemand, dem Sex mit wechselnden Damen Spaß macht… Sex, Emotionen und feste Bindungen können zusammengehören, aber müssen nicht zwangläufig, es ist die Entscheidungen jeden Einzelnen…, auch der Damen…

    …der Autor übt sich nicht in einer „Selbstverteidigung“, sonder gibt Tipps an andere Herren zum besagten Thema…ich möchte Ihnen empfehlen, mit den betreffenden Damen über „Abhängigkeitsverhältnisse“, „Sklaverei“, „käufliches Produkt“ selbst zu sprechen…bin davon fest überzeugt, dass Ihr Weltbild stark ins Wanken gerät…

  3. Prima Blog, toller Artikel und vor allem auch eine sehr gute und passende Antwort auf den Kommentar von „Syphi Liz“!

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