Nach dem allgemeinem Überblick über das Nachtleben in Bangkok, (diesen Überblick bitte zuvor lesen) jetzt ein Beitrag für einschlägig Interessierte, geschrieben von einem echten Sextouristen. Bangkok, Sex und Sextourismus, ein dankbares Thema. Auf der einen Seite die moralisch Empörten auf der anderen diverse Tipp-Geber und einschlägige Guides. Dann kommen noch die Medien, denn Sex sells.

Was, wo, wie, warum? Wer soll sich aber dann noch in dem Sumpf von Nachtleben, Rotlicht, Prostitution, all dem, was die „dunkle Seite“ unserer menschlichen Seele anspricht, noch auskennen? Die Antwort ist einfach: ein echter Sextourist.

Ja, ich, der Autor dieses Beitrags, bin ein bekennender Sextourist. Ein kurzer Steckbrief: Ende 40, sportlich, Marathonläufer, volles dunkles Haar und nach der Auskunft der meisten Damen ziemlich attraktiv. Kann also nicht mit dem Klischee des alten, dicken, glatzköpfigen Mannes dienen, der in Deutschland keine Frau mehr abbekommt. Ansonsten bin ich promovierter Wirtschaftsprüfer mit eigener Firma, die es mir ermöglicht, meinem Hobby weltweit nachzugehen.

In diesem Beitrag werde ich zunächst die Möglichkeiten des einschlägigen Nachtlebens in Bangkok für „Sex-Freunde“ in einem kurzen Überblick beschreiben, zum Schluss noch einige Anmerkungen zum Begriff „Sextourist“ anfügen.

Wo und wie in Bangkok erotische Genüsse suchen

Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich beschränke mich auf Kurzeit-Touristen. In Bangkok lebende Expats haben natürlich noch weitere Optionen. Die gewählte Reihenfolge ist rein willkürlich.

1/ Die drei Bangkoker Amüsierviertel für Farangs

ein Mädchen in der Soi CowboyWer kennt sie nicht diese Amüsiermeilen: Patpong, Nana Plaza und Soi Cowboy. Bunt und schrill, Nachtbasar, Straßenküchen und Musik-Clubs inbegriffen; eines der Muss-Highlights jeder Bangkokreise, weit entfernt von einem europäischen Rotlichtviertel. In den Gogo-Bars winden spärlich bekleidete Tänzerinnen ihre schlanken Körper um Stangen. In den Pausen leisten die Ballerinas dem geneigten Voyeur fürsorgliche Gesellschaft, bitten um einen Ladydrink.

Bei gegenseitiger Sympathie und emotionalen Wallungen genügt ein schmachtender Blick: „You like to see my hotel room?“ Die Antwort ist meistens ein YES, und jetzt erklingt das Honorar für den Besuch: 1.500–2.500 Baht für Short-Time (1,5-2.5 St.), 4.000–5.000 die ganze Nacht. Die Barfine, also die Ablöse für die Dame aus der Bar, beträgt nochmals 500-700 Baht. Die Preise hängen natürlich von dem jeweiligen Etablissement, der Uhrzeit und der Attraktivität der Dame ab.

Ich weiß, ich weiß, die einschlägigen Foren sind voll mit Beschreibungen und Empfehlungen. US-Boys wollen sogar die Nummer der Gogo-Damen wissen, die sich „bewährt“ haben, möchten auf der sicheren Seite des erotischen Nachtlebens stehen.

Der erfahrene Sex-Freund kann darüber nur lachen. Erstens, die hochgelobte Dame kann gerade schlechte Laune haben, von einer Erkältung geplagt sein, einen freien Tag genießen oder arbeitet inzwischen woanders. Zweitens, Sex ist immer auch eine Sache des Gefühls, der erotischen Energie und der Sympathie. So etwas muss man/Mann erspüren. Also 2-3 Bars besuchen, unverbindlich schäkern, sich nicht unbedingt von der Optik der Dame blenden lassen, auf das eigene Gefühlt, Sympathie und die erotische Energie achten.

Mädchen Bangkok in der Soi CowboyUnd jetzt ein wichtiger Punkt. Die meisten Gogo-Damen fühlen sich nicht als Prostituierte, eher als eine Kurzzeitfreundin, denn sie arbeiten ja nicht in einem Bordell. Das gilt natürlich auch für die Bar-Mädchen und die Massage-Damen. Wenn der Sex-Freund dieses Gefühl mit seinem Verhalten unterstützt, vielleicht zuvor sogar ein Dinner vorschlägt, einen großzügigen „Tip“ in Aussicht stellt, wird sich seine Auserwählte vielmehr wie eine „Freundin“ verhalten und nicht wie eine ausgebuffte Prostituierte westlicher Prägung.

Und ein Gentleman revanchiert sich währen des Schäferstündchens bei der Dame auch erotisch; meine Herren, das sollte heutzutage selbstverständlich sein, ganz gleich ob bei der eigenen Freundin oder einem bezahlten Nachtfalter. Die Bemerkung der Dame zu Abschluss „Thank you, I have not finished for long time“, kann durchaus ernst gemeint sein. Wer unsicher ist kann nachfragen: „set leau“, lautet hierfür der thailändische Begriff.

Zum Schluss noch einige Empfehlungen: die Patpong auslassen, in der Soi Cowboy die folgenden Bars meiden: Baccara, Déjà-vu, Kiss, Midnight, Rawhide, Rio, Sahara und Spice Girls. Im Zeitalter der Handys ist es auch möglich, eine Verabredung nach Dienstschluss zu vereinbaren, um die Barfine zu sparen. Natürlich besteht hier die Gefahr, dass dann ein Mitbewerber die Dame zuvor entführt. Wer seine Tänzerin, aus welchen Gründen auch immer, nicht in sein Hotel nehmen möchte, kann ein preiswertes Stundenhotel nutzen. Dabei auf die Empfehlung seiner Kurzzeitfreundin vertrauen.

Die meisten Hotels, auch die teuren, verlangen heutzutage keine „Joiner-Fee“ mehr, also einen Beitrag für die zusätzliche Zimmernutzung. Wem es nicht gelingt, die Dame an der Rezeption vorbei zu schmuggeln, braucht sich nicht zu schämen. Das Personal hat Verständnis, bedauert eher den allein heimkehrenden männlichen Gast. Manche Rezeptionisten können jedoch den Ausweis der Dame verlangen, dies soll dem Schutz des Gastes dienen.

2/ Massage 

Für Sex-Freunde, die auf einen vorherigen sozialen Kontakt keinen besonderen Wert legen oder die kurze Zeitspanne nutzen wollen, in der die Ehefrau oder Freundin die Shopping-Malls bestürmt, kommen die einschlägigen Massage-Einrichtungen in Betracht.

Die Massage Parlours

Mädchen in einem Massage ParlourDie klassischen Soapy Massagen, die Massage Parlours sind nur noch selten zu finden. Moderne erotische Entertainment-Komplexe lösten sie ab. Das Prinzip blieb jedoch gleich. Hinter einer Glaswand oder schick gekleidet in einer Lounge sitzen die Damen. Der Gast wählt und genießt dann für die nächsten 1.5 Stunden das, wofür er vorbeikam, Massage inbegriffen. Dies schlägt meist mit 2.500 Baht zu Buche, bitte den „Tip“ am Ende nicht vergessen.

Die schicken „Side-Line“ Girls haben einen höheren Tarif. Das ist auch verständlich, die Kleider waren teuer. Der erfahrene Sexfreund lässt sich von den „Fummeln“ nicht täuschen, denn er kennt das deutsche Sprichwort „in der Nacht sind alle Katzen grau“; gemeint ist hier, wenn die Dame die Kleider ablegt.

Fashion Massage

Die Fashion Massage ist ein räumlich und optisch-personell besser ausgestatteter Oil Massage Shop. Die Grundpreise entsprechen einer normalen Ölmassage. Für einen zusätzlichen festen Tarif 1.000, 1.500 Baht gibt es Extras je nach Leistung: Hand, Mund oder Alles.

Oil Massage

Mädchen vor Oil Massage ShopWer nach einer klassichen Ölmassage auch tantrische Berührungen genießen möchte (special, happy ending) kann eine normale Ölmassage-Shop besuchen. In manchen Shops komm ein solches Angebot obligatorisch in anderen eher zufällig.

Siehe zu dem Thema „Massage“ den Beitrag Massage in Bangkok, wo auch der Ablauf beschrieben ist.

Tipps, wo? Viele der neuen Massage Parlour Komplexe befinden sich in Ratchada, zu erreichen mit der MRT; ein Beispiel für viele ist Poseidon. Eine klassische Soapy ist Annie’s in der Sukhumvit, Soi 2. Auch hier möchte ich keine konkreten Einrichtungen hervorheben, denn letztendlich kommt es immer auf die gewählte Dame an. Einige der Fashion Massagen befinden in der Sois 24, 26, 33. Einfach googeln oder in den einschlägigen Foren fahnden. Eine Listung der verschieden Einrichtungen auf http://bangkok2night.com/massage/.

Normale Ölmassagen verteilen sich über die gesamte Stadt, mit einer Konzentration der „einschlägigen“ in der unteren Sukhumvit, insbesondere den Sois 4, 18, 20, 22, 24, 26 und 33.

3/ Die untere Sukhumvit auf der Straße

Straßendamen, nachts überall verstreut in der unteren Sukhumvit, insbesondere Soi 4 und Umgebung, vor dem Ruamchitt Hotel, in den späteren Nachtstunden zunehmende Tendenz. Professionelle Damen, aber auch Freelancer im Nebenjob. Dazwischen tummeln sich auch viele Afrikanerinnen. Der „Straßenstrich“ mit Preisen zwischen 1.000-1.500 Baht ist, wenn überhaupt, nur eine Option für erfahrene Nachtschwärmer mit einem guten Blick für Freelancer. Sonst wie überall auf der Welt mit einem erhöhten Risiko für alles Mögliche behaftet. Aber Vorsicht, nicht jedes „stehende Mädchen“ ist ein Straßenmädchen, sie kann auf eine Freundin warten.

4/ Die Thermae

Thaerme BangkokDie Thermae im Untergeschoss des Ruamchitt Hotels neben der Soi 15 ist eine historische Institution in Bangkok; gut beschrieben im Roman „Stille Tage in Bangkok“ von Steve Casal. An sich eine Bierkneipe. Überall an den Wänden lehnen hübsche Mädchen, auf den ersten Blick sehr jung, mit aufgeschminkten Kulleraugen und in neckischer Jung-Mädchen-Kleidung. Das ist wegen der Japaner, die ein solches Outfit lieben und deshalb hier einschwärmen. Junge hübsche Mädchen und Japaner, das bedeutet einen höheren Preis. Mindestens 3.000 Baht für Shortime verlangen die Lolitas. Erfahrene Mädchenfreunde wissen natürlich, je später die Nacht…

5/ Beer Garden in der Soi 7

Eine weitere Institution aus den 70ern. Mischung aus einem deutschen Biergarten, Restaurant und Sportsbar mit deutschen und thailändischen Speisen. Hier treffen sich Expats, nicht nur Deutsche; entspannte Atmosphäre, manchmal spielt eine Band. Thailändische Damen, Freelancer im Nebenjob, vom Alter her dem männlichen Publikum meist etwas angepasst, kehren hier ebenfalls gerne ein. Bei einem Bier kommt man sich ungezwungen näher. Und warum nicht den späteren Abend dann auch zweisam in vertrauter Atmosphäre genießen? Expats können nicht irren. Der Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten der Dame übersteigt nur selten 1.000 Baht.

6/ Bars, Bars, Bars

Bars in der Soi Bars an jeder Ecke, Sportsbars, Girlie-Bars… Bleiben wie bei den Girlies. Diese traditionellen Bangkoker Barkultur stirbt langsam aus. Ein Cluster von mehr als 30 Bars ist noch in der Soi 22 zu finden, die Queens Park Plaza. Sonst in den Sois rund um die Soi 22 verteilt, Soi 33 und natürlich in der Soi 4 und den Seitensois. Von außen zu erkennen an den vielen Bargirls, die mit den Kunden Billard spielen und für ein ausgeglichenes Trinkregime sorgen.

Aber auch in einigen der sportlicheren Bar-Schwestern sind die Bedienungen nicht abgeneigt den Gast zu begleiten. Während der Dienstzeit der Dame fällt natürlich eine Ablöse an die Bar an. Die Subvention für ein Paar neue Schuhe beträgt in der Regel 2.000 Baht; auch hier lässt sich verhandeln. Aber mit Augenmaß, Sie wollen doch nicht  als ein „Cheap Charlie“ angesehen werden.

7/ Und was es sonst noch gibt

Bar in der Soi 8Alles. Blowjob-Bars (nomen est omen), Fetisch-Clubs, Escort, Outcall-Massage, Eden Club (hier müssen obligatorisch zwei Damen auf das Zimmer mitgenommen werden; gut beschrieben in Bangkok Days, von Lawrence Osborne). Und dann gibt es noch die klassischen Bordelle, Hotels, die statt eines Namens eine Nummer tragen, aber die sind nur den Thais vorbehalten. Die thailändischen Herren nutzen  solche Einrichtungen sein ihren Jünglingsjahren. Erraten Sie warum? In diesem Artikel gibt es die soziologische Antwort, die praktische lautet: außerehelichen Sex betrachten die Herren als natürlichen Bestandteil des Sanuks, der thailändischen Lebensfreude.

Escort WerbungEine Anmerkung zu dem Escort-Diensten und den Outcall-Massagen. Die professionell gestalteten Websites sehen verlockend aus, insbesondere was das abgebildete Personal betrifft. Es handelt sich dabei oft um virtuelle Agenturen, besetzt mit einer Telefonistin. Bei Bedarf telefoniert sie ihre Kontaktliste ab.

Wem diese Übersicht nicht detailliert genug erscheint, kann sich noch bei Stickman Bangkok oder in den einschlägigen Internetforen und Guides schlau machen.

Sextourismus, was ist das?

ältere Farangs in Thailand
Foto aus dem Film HAPPY von Carolin Genreith

400.000 Tausend deutsche Männer reisen jährlich als Sextouristen in den Urlaub, lässt sich ergoogeln. Diese Zahl erscheint immer wieder. Für mich als früheren Wissenschaftler stellten sich sofort zwei grundlegende Fragen. Erstens, wie ist der Begriff „Sextourist“ eigentlich definiert und zweitens, wie kommt diese Zahl zustanden.

Auch viele Besucher Thailands fühlen sich genötigt, zum Thema Prostitution und Sextourismus ihre Meinung zu äußern, jeder Blog stimmt mit ein und die westlichen Medien laufen zu Höchstform auf. In den USA nennt man dieses Phänomen „Virtue Signalling“, also die eigene Tugendhaftigkeit signalisieren, denn welcher männliche Besucher oder Autor möchte schon in den Verdacht geraten ein „Sextourist“ zu sein. Und außerdem, Sex sells, die Heuchelei blüht.

Wer Sextourist ist, kann niemand genau bestimmen

Wer ist ein Sextourist? Ich möchte hier keine wissenschaftliche Abhandlung verfassen, daher die Ergebnisse von drei Arbeiten, die sich mit diesem Begriff näher befassen. Die extremste Auffassung spricht bereits von einem Sextouristen, wenn dieser in einer hierfür „typischen Destination“ wie den Philippinen, der Dominikanichen Republik oder Thailand sexuelle Kontakte zu Einheimischen pflegt. Also wer Sex mit einer Thailänderin hat, ist automatisch ein Sextourist, im Gegensatz zu einem Touristen in Italien, der einen „heißen“ Flirt mit einer Italienerin erlebt.

Eine Party in PattayaEine weitere Auffassung stellt auf den Leitgedanken des Touristen ab, ob dieser das Land besucht, um gewerblichen Sex, also mit einer Prostituierten, zu erleben. Die Mitglieder einer englischen Bachelor-Party, die nach Pattaya reisen, um es hier richtig krachen zu lassen, sind danach Sextouristen. Ein distinguierter Geschäftsmann, der in der Discolounge eines 5-Sternehotels einem Nachtfalter im Modellkleid nicht widerstehen kann, ist trotz eines Zuschusses von 5.000 Baht für eine neue Handtasche der Dame kein Sextourist.

Und schließlich wird unterschieden, aus welcher Motivation materielle Zuwendungen für Einheimische gemacht werden. Erfolgt eine materielle Zuwendung oder ein Geschenk in Erwartung von sexuellen Diensten, dann Sextourist; nicht jedoch, wenn solche Wohltaten einem emotionalen Impuls oder Zuneigung entspringen. Bei einem Motivationsbündel ist dann wohl ein Tiefenpsychologe gefragt. Alles klar?

Einen Kommentar zu solchen wissenschaftlichen Leistungen spare ich mir lieber. Eigentlich lässt sich begrifflich nicht bestimmen, wer alles ein Sextourist ist. Aber jeder Autor, Blogger oder Thailandbesucher weiß natürlich Bescheid, erkennt einen Sextouristen sofort auf den ersten Blick; wie wissen doch alle, wie sich ein solcher Mann verhält, haben davon gelesen und sahen im Fernsehen die Bilder: ein älterer Mann führt eine jüngere thailändische Frau an der Hand, ganz klar ein Sextourist, bei einem jüngeren Mann handelt es sich offensichtlich um ein Liebespaar.

Wie viele deutsche Sextouristen es gibt, wissen wir nicht

Wir wissen nicht genau, wer ein Sextourist ist und noch weniger wer alles unter den Bergriff Prostituierte fällt, aber wir kennen die Zahl: 400.000 furchtbare Germanen sollen jährlich als Sextouristen unterwegs sein. Eine Zeitung gibt als Quelle das Katholische Missionswerk an, eine andere die Schätzung der Hilfsorganisation Terre der Hommes, oder es wird allgemein „auf Schätzungen“ verwiesen.

Bitte mich jetzt nicht mit dem Thema Missbrauch von Kindern und sexuelle Versklavung von Frauen oder Männern konfrontieren. Wer so etwas tut, ist ein Schwein und gehört bestraft, ganz gleich ob es sich um einen Touristen oder einen biederen Familienvater handelt. Ein beliebtes Thema, das von feministischen Gruppen und von Geld sammelnden NGOs in einem Atemzug mit Sextourismus genannt wird, um zu suggerieren, dass Sextouristen potentielle Kinderschänder sind, so wie Männer allgemein potentielle Vergewaltiger sein sollen.

Der ältere Herr in Pattaya ist kein echter Sextourist

Was ist ein Sextourist? Die Wissenschaft konnte nicht helfen, zu komplex sind all die Übergänge. Hier meine eigene unwissenschaftliche Definition. Ein echter heterosexueller männlicher Sextourist ist ein Reisender, der die Energien von Yin und Yang, also das weibliche und männliche Prinzip, überall und zu jeder Zeit mit all den konkreten Verkörperungen des weiblichen Prinzips (Yin), den Frauen, zielgerichtet und bewusst auslebt; der die erotische Energie als den wichtigsten Teil der Lebensenergie begreift. Oder weniger geschraubt ausgedrückt, jemand, dem es einfach Spaß macht, Erotik und Sex mit vielen verschieden Frauen auf seinen Reisen zu erleben.

Ältere Herren in Damenbegleitung in PattayaDie älteren Herren, die mit meist jüngeren thailändischen Damen in der Walking-Street in Patthaya vor einem Bier sitzen, sind demnach keine echten Sextouristen, und das auch nicht nach der Definition der oben erwähnten Arbeiten. Der Leitgedanke dieser einsamen Wölfe besteht sehr oft darin, sich mit materiellen Zuwendungen an eine professionelle Kurzeitfreundin etwas Zweisamkeit zu leisten, mehr emotional als sexuell (igitt, igitt, wie schändlich).

Ich möchte in diesem Zusammenhang nicht näher auf die Begriffe wie „langfristige Beziehung“, „Emotionen“, „Zuneigung“ und die verteufelte „materielle Gegenleistung“ im Zusammenhang mit Sex eingehen, abgesehen davon, dass in Asien und vielen anderen Ländern dieser Welt kaum eine Beziehung (Care-Prinzip) ohne materielle Gegenleistung auskommt. Nur drei kurze Anmerkungen zum Schluss.

Erstens, die gerade genannten mit moralischen Werten besetzten Begriffe lassen sich nicht aus einem allgemein gültigen Moralbegriff ableiten, sind Überbleibsel der abendländisch-christlichen Sozialmoral.

Zweitens, diese Tugenden galten zu allen Zeiten nur für das einfache Volk. Der Adel und die Herrscherkasten lebten die sinnlichen Energien immer voll aus. Jetzt herrscht Demokratie!

Drittens, die meisten Männer, die mit einer Frau eine erotische Beziehung pflegen, eine lange oder eine kurze, empfinden in den besagten Augenblicken eine emotionale Zuneigung zu der Dame.

Aber, wer erotische Genüsse in Bangkok und Thailand ausleben möchte, sollte sich lieber bedeckt halten. Die Inquisition ist zurück, die moralische jedenfalls. Sünder werden von selbsternannten Inquisitoren in sozialen Netzwerken und den Leitmedien auf virtuellen Scheiterhaufen gnadenlos verbrannt.

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