Bangkok, die Stadt der kulinarischen Genüsse. WO, WAS, WIE? Wer dabei nur ein Thaifood denkt, denkt zu kurz. Ein systematischer Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten. Vorab ein kultureller Hinweis. Essen als wesentlicher Bestandteil des thailändischen Lebensglücks beherrscht das Denken der Menschen. Die kurzen Verdauungspausen füllen Gespräche über die weitere Speiseplanung. Wundern Sie sich nicht über die ständigen Fragen der Thais, ob Sie schon gegessen haben. Und wenn Sie einen Chat mit Ihrer Kurzzeitfreundin abrechen möchten, der sich sowieso meistens nur um Restaurants, Speisen und Shopping-Malls dreht, genügt der Hinweis „ich gehe jetzt essen“. Absolutes Verständnis. Dieser Beitrag handelt nicht von besonderen Restaurants, dazu später mehr, sondern von den Orten, wo dieses Lebenselixier eingenommen werden kann. Für Traveller, die ihr Bangkokdasein überwiegend in der Khaosan Gegend verbringen, erübrigt sich diese Frage. Denn sie wohnen mittendrin in einem riesigen Essens-Markt.

 

Streetfood, das berühmte Straßenessen

Straßenküche BangkokWer kennt sie nicht, die Bilder von den mobilen Straßenküchen. Tausende erobern zu jeder Tages- und Nachtzeit die Gehwege, Straßenecken und Häusernischen. Manche öffnen erst später am Abend, versorgen die Hungrigen bis in die frühen Morgenstunden. Leider verdrängen neue Apartments und Häuserblocks immer mehr diese Nahrungsquelle; die Straßenküchen müssen weichen. Und auch die Stadtverwaltung zog in den Kampf. Gehwege, Hygiene waren die Stichworte. Klingt plausibel, ist aber nicht der Grund. Ich werde Ihnen an dieser Stelle die Hintergründe nicht verraten, das Thema ist zu komplex, würde diesen Beitrag sprengen. Das Stichwort ist bereits gefallen, die Hygiene. Besorgte Zeitgenossen schauen nochmals in den Reiseführer, nachdem sie ausführlich durch die Seiten mit der Titelüberschrift Gesundheit geblättert haben.

Tische bei StraßenkücheDort steht dann oft der Satz: koch es, brat es, schäle es oder vergiss es! Wie immer im Leben, alles ist relativ. Wer mit deutschen Hygiene-Vorschriften im Gepäck nach Südostasien reisen möchte, dem verbleibt nur noch die langweiligste Stadt dieser Gegend, Singapur. So, manche Leser erwarten jetzt die Bestätigung für ihre Phobie, die anderen eine Absolution. Ich kann Ihnen beides nicht gewähren. Persönlich esse ich mehrmals in der Woche an einer mobilen Straßenküche oder einem vergleichbaren Straßenrestaurant, aber mit bedacht. To cut the long story short: Straßensuppen, Chickenrice und Som Tam (Papaya-Salat). Und natürlich kann ich manchmal in einem Nachtmarkt den vorgekochten Speisen nicht widerstehen.

Dazu drei Tipps. Nr. 1: Straßensuppen, erst die Gewürze am Tisch geben der Suppe den letzten Schliff: mit den Chilis vorsichtig, etwas Fisch-Sauce, dann die säuerlich-scharfe Flüssigkeit dazu und wichtig, den Zucker nicht vergessen. Nr. 2: Papaya-Salad, wenn Sie den Satz „prik nit noy“ nicht deutlich und laut aussprechen, möglichst noch den Daumen für eins (eine Chili) heben, dann steht einer Karriere als künftiger Feuerschlucker nichts mehr im Wege. Nr.3: auf Fleisch an Straßenküchen lieber verzichten, es sei denn, die knusprigen Hähnchenteile brutzeln schon länger vor sich hin (das Hühnerfleisch für den Chickenreis ist bereits vorgekocht). Freunde von Streetfood können in die kleinen Streetfood Straßen-Restaurants ausweichen. Dort werden die Speisen vor den Augen des Gastes ebenfalls frisch im Wok zubereitet, aber in der Ecke brummt ein Kühlschrank. Und fast vergaß ich es: Straßenküchen ohne Wasseranschluss unbedingt meiden, hier erfolgt der Abwasch in derselben Brühe.

Und was ist mit Magenverstimmungen? Ja, die gibt es. Seltener wegen mangelnder Hygiene und eher wegen der Bakterien, die der westliche Magen nicht gewohnt ist. Keine Panik: Durchfall, Magenschmerzen und manchmal auch Fieber. Am nächsten Tag ist der Spuk meistens vorbei. Meine schlimmste Magenverstimmung zog ich mir übrigens vor einigen Jahren im berühmten Oriental Hotel zu. Es waren wohl die Weintrauben, die appetitlich und gewaschen auf dem Zimmer in einer Schale schwammen.

 

Food-Courts und Restaurants in Shopping-Malls

Food Court in Shopping-MallJede Shopping-Mall verfügt über zig Restaurants und meistens auch über einen Food-Court. Einkaufen ohne zu speisen können wohl nur die gehetzten Westler. Wenn Sie mit Ihrem neuen Sweetheart von der Dating-Webseite das erste Date verabreden, in einer Shopping-Mall können Sie nichts falsch machen. Hier speist die Bangkoker Mittelschicht. Und wenn sich thailändische Freunde zum Essen verabreden, ist eine Shopping-Mall ebenfalls die erste Wahl. Was ein Food-Court ist? Gut, für die absoluten Neulinge: ein riesiges Restaurant mit vielen unterschiedlichen Küchenständen und Preisen auf dem Niveau der Straßenküchen. An diesen Einrichtungen dürften auch Hygiene-Freaks nichts auszusetzen haben. Es gibt natürlich auch höherpreisige Food-Courts mit einem höherwertigen Essensangebot. Das Procedere ist immer das Gleiche. An einem Counter am Eingang erwerben die geneigten Zecher eine Plastikkarte mit einem monetären Kredit und dann geht das Food-Vergnügen auch schon los. Mit einem Tablett in den vor Erwartung zitternden Händen können Sie entlang der Küchen streunen und sich das Essen selbst zusammenstellen. Am Ende der Essensorgie reicht der selbige Counter den nicht verbrauchten Kredit zurück. Ein kleiner Nachtrag: einige der luxuriösen Lebensmittel-Abteilungen der Kaufhäuser locken ebenfalls mit Küchenständen, die Ihnen das gerade erworbene australische Lammsteak umgehend zubereiten; die Beilagen spendiert die Küche.

 

Hotel-Bufetts, all you can eat

Dinner Bufett in HotelFast jedes der besseren Hotels in Bangkok zelebriert Mittags- und Abend-Buffets, all you can eat. Besonders lukrativ sind diese Angebote an den Wochenenden. Die Preise entsprechen oft einem Abendessen in einem deutschen bürgerlichen Restaurant. Ausnahmen nach oben bestehen bei besonderen Gelegenheiten und Events. Aber auch hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar. Für Kulinarios mit entsprechender Magenkapazität öffnet sich eine Tour de Force durch den kulinarischen Himmel Bangkoks. Und dies betrifft nicht nur thailändisches Essen, alle Küchen dieser Welt sind vertreten. Tipp: die Bangkok Post listet die Angebote der Hotels nach Gegenden sortiert und mit Preisen.

 

Restaurants, die Qual der Wahl

Restaurant Mosoon Soi 8Restaurants verteilen sich über die gesamte Stadt. Auch hier sind alle Küchen der Welt vertreten. Wer italienisch, französisch, spanisch, mexikanisch, indisch, japanisch…essen möchte findet Angebote auf dem höchsten kulinarischen Niveau. Gefühlt übersteigt die Anzahl der Restaurants das vergleichbare Angebot von Paris und New York. Und auch hier, trotz höchster und guter Qualität, auf einem wesentlich preiswerteren Niveau. In manchen Hotels wandert der Kochlöffel von einem Sterne-Koch zum anderen. Die Restaurants bitte gezielt auswählen, der etwas teurere Preis oder die abgelegenere Gegend überwiegt manchmal die nur unwesentlich preiswerteren Touristen-Restaurants um mehrere Längen. Wem es nur auf das thailändische Essen ankommt, der ist in den Straßenküchen oder bei den besseren Restaurants rund um die Sukhumvit gut aufgehoben. Oder er nutzt das Buffet in einem der Hotels.

Und jetzt mein persönlicher Geheimtyp, den Sie bestimmt noch nirgendwo gelesen haben. Auf meiner kulinarischen Liste stehen auch die internationalen Krankenhäuser. Sollten Sie bei einem mehr oder weniger zufällig vorbeikommen, besuchen Sie eines der dort ansässigen Restaurants oder den Food-Court. Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen. Als künftiges Projekt plane ich auf dieser Plattform in loser Fortsetzung jeweils mein persönliches Restaurant der Woche vorzustellen.

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